
Gestern war ich Teil einer Band, die Moni Müksch bei einem ihrer Singabende begleitet hat.
Der Abend fand bei Sonja im Garten statt. Ein Geschenk an ihre Leute. Ein Zusammenkommen bei Musik, lauen Temperaturen und diesem besonderen Licht, das Sommerabende manchmal haben, wenn sie langsam in die Nacht hinübergleiten.
Und obwohl natürlich Instrumente da waren, Stimmen, Notenständer, Lieder und Menschen, die spielten und sangen, war für mich das Eigentliche etwas anderes.
Es war dieses Wir.
Manchmal denkt man bei Musik zuerst an Können.
An richtig und falsch. An Töne, Einsätze, Akkorde, Texte, Rhythmus. An die Frage, ob man gut genug ist, ob man mithalten kann, ob man sich zeigen darf.
Aber an diesem Abend war Musik nicht das, was trennt.
Sie war das, was verbindet.
Da war die Band. Da waren die Menschen, die mitsangen. Da waren jene, die vielleicht nur zuhörten, lächelten, innerlich mitschwangen oder irgendwann doch eine Zeile mitnahmen.
Niemand musste perfekt sein. Niemand musste etwas beweisen.
Man durfte einfach dabei sein.
Ich glaube, das ist einer der schönsten Räume, die Musik öffnen kann: einen Raum, in dem Menschen nicht zuerst bewertet werden.
Ein Lied beginnt. Jemand findet den Ton sofort. Jemand anderer später. Manche singen kräftig. Manche leise. Manche kennen den Text, andere schauen auf die Blätter. Ein Instrument klingt klar, ein anderes sucht sich kurz seinen Platz.
Und trotzdem entsteht Musik.
Vielleicht sogar gerade deshalb.
Denn dieses gemeinsame Klingen lebt nicht davon, dass alle gleich sind. Es lebt davon, dass alle etwas beitragen dürfen. Mit Stimme, mit Instrument, mit Zuhören, mit Anwesenheit.
Musik wird dann nicht zur Prüfung.
Sie wird zur Einladung.
Es gibt Abende, an denen man spürt: Das hier ist nicht nur ein Termin im Kalender.
Da sitzen Menschen im Garten, es wird später, die Luft bleibt weich, irgendwo raschelt etwas, Stimmen mischen sich mit Instrumenten, und für eine Weile entsteht etwas, das man nicht gut festhalten kann.
Man kann es fotografieren, ja.
Man kann erzählen, wer da war, welche Lieder gesungen wurden und wer begleitet hat.
Aber das Eigentliche liegt dazwischen.
Zwischen den Takten. Zwischen den Blicken. Zwischen dem Moment, in dem jemand einsetzt, und dem Moment, in dem andere mitgehen.
Ich war gestern Teil der Band.
Aber ich war nicht nur Begleitung.
Ich war Teil dieses Kreises. Teil eines gemeinsamen Klanges. Teil eines Abends, an dem Musik nicht vorgeführt wurde, sondern geteilt.
Und genau dafür mache ich Musik.
Nicht für die perfekte Oberfläche.
Nicht für den fehlerlosen Moment.
Sondern für dieses Gefühl, dass Menschen zusammenkommen können und plötzlich etwas Gemeinsames entsteht.
Ein Wir.
Mit Stimmen, Instrumenten, kleinen Unsicherheiten, warmem Lachen, offenen Ohren und genug Vertrauen, um mitzusingen.
Solche Abende erinnern mich daran, warum Musik so wertvoll ist.
Weil sie Menschen nicht nur beschäftigt.
Sie verbindet.
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